____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
PruĂen
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Die PruĂen oder Pruzzen, nach der Eigenbezeichnung *PrĆ«sai, waren der baltische Volksstamm, auf den der deutsche geografische Name PreuĂen und der Name des Staates PreuĂen zurĂŒckgehen. Das Siedlungsgebiet der PruĂen im 13. Jahrhundert lag an der Ostsee, etwa zwischen der Weichsel und der Memel. Sprachlich und ethnisch bestand zwischen den spĂ€teren, ĂŒberwiegend deutschsprachigen Bewohnern PreuĂens und den ursprĂŒnglichen, rein baltischen PruĂen nur teilweise eine Verbindung; dagegen blieb der Name des gemeinsamen Siedlungsgebietes noch lange Zeit erhalten.
Contents
âą Ăberblick
⹠StÀmme
âą Christentum
âą Sitten
âą FrĂŒhzeit
âą SudauerbĂŒchlein
âą Musik
âą Geschichte
âą Quellen
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Ăberblick
Die PruĂen waren in StammesverbĂ€nden organisiert und hingen dem baltischen Glauben an. Zahlreiche FeldzĂŒge polnischer Herzöge zur Christianisierung der PruĂen und Eroberung ihrer Siedlungsgebiete ab dem 10. Jahrhundert blieben ohne dauerhaften Erfolg. Der politisch ambitionierte polnische Herzog Konrad von Masowien bat 1228 schlieĂlich den Deutschen Orden um Hilfe bei der Sicherung seiner LĂ€ndereien und ĂŒberlieĂ ihm 1230 als Gegenleistung das Kulmerland.
Nach ihrer erfolgreichen Unterwerfung durch den Deutschen Orden 1283, die mit der vollstĂ€ndigen Zerstörung pruĂischer BesitztĂŒmer einherging, wurden die PruĂen von den meist rheinischen, westfĂ€lischen und niederlĂ€ndischen Zuwanderern seit der Hochmittelalterlichen Ostsiedlung assimiliert. Christliche Masowier wanderten auĂerdem in die Landesteile ein, die an das Herzogtum Masowien grenzten, und zwar teilweise vor, aber hauptsĂ€chlich wĂ€hrend der Reformationszeit. Nach ihnen wurde ab dem 18. Jahrhundert diese Region als Masuren bezeichnet. In das nur noch spĂ€rlich besiedelte Gebiet der Schalauer, Nadrauer und Sudauer wanderten ab dem Ende des 15. Jahrhunderts Litauer ein.
Die Sprache der PruĂen, das mit dem Litauischen und Lettischen verwandte AltpreuĂische, ist im 17. Jahrhundert ausgestorben und nur fragmentarisch dokumentiert.
Eigenname der PruĂen
In altpreuĂischen Texten ist das Adjektiv prĆ«siskan (Akkusativ, Singular femininum) ĂŒberliefert, woraus der Volksname *PrĆ«sas (fĂŒr der PruĂe) und *PrĆ«sai (fĂŒr PruĂen) (lit. PrĆ«sai, mit StoĂton auf dem langen /u/) erschlossen werden kann.cite-ref-1[1] Der Name kann von einem GewĂ€ssernamen abgeleitet werden und ist vermutlich mit lit. praĆ«sti (fĂŒr [das Gesicht] waschen) verwandt; vgl. auch altpruĂ. prusnas fĂŒr des Gesichtes.cite-ref-2[2] Eine alternative Etymologie stellt den Namen zu litauisch prusti (fĂŒr anwachsen), also etwa Volksmenge.cite-ref-3[3]
Der Eigenname erscheint erstmals im 9. Jahrhundert beim anonymen Geographus Bavarus als Bruzi. Im Mittelniederdeutschen lautete der Name PrĂ»sse und im Mittelhochdeutschen Priuzen, woraus sich der spĂ€tere Name PreuĂen entwickelte. Die Polen nutzten den Namen Prusy. GelĂ€ufige latinisierte Formen waren Pruzi, Prutheni oder Borussi. Der entsprechende lateinische Landschaftsname Prussia oder Borussia ging im 18. Jahrhundert auf den vom König von PreuĂen (lat. Rex Boruss. [-orum] od. [-iae]) regierten Staat PreuĂen ĂŒber.
Die in der Literatur manchmal noch heute verwendete Form Pruzzen stammt aus einer Zeit, als der Buchstabe z intervokalisch oft zur Bezeichnung des stimmlosen s benutzt wurde. Daher wird die Aussprache durch die Schreibweise PruĂen korrekter wiedergegeben.
StÀmme
Das Siedlungsgebiet der PruĂen, wie auch das der anderen Balten, war ursprĂŒnglich wesentlich gröĂer als in historischer Zeit und ist durch archĂ€ologische Funde ununterbrochen von der Eisenzeit (5. Jh. v. Chr.) bis zur sukzessiven Eroberung durch Slawen seit Beginn der Völkerwanderung (ab 6. Jh. n. Chr.) belegt. Durch mehrfache Eroberungsversuche des polnischen Königs Boleslaus I. und seiner Nachfolger gingen die Randgebiete des pruĂischen Siedlungsgebietes verloren.
Das verbliebene pruĂische Gebiet, das im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden in Besitz genommen wurde, wird in Regionen unterteilt, die ungefĂ€hr mit den Siedlungsgebieten der dort lebenden pruĂischen und slawischen StĂ€mme ĂŒbereinstimmen. Die Namen werden meist latinisiert oder eingedeutscht gebraucht, altpreuĂische Namen in ihrer ursprĂŒnglichen Form sind dagegen nicht ĂŒberliefert.
âą Die Samen (Sami, Sambitae, nicht zu verwechseln mit den skandinavischen Samen) wohnten auf der Halbinsel Samland (Sambia). Auf ihrem Gebiet wurde 1255 die Handelsstadt Königsberg gegrĂŒndet. Erstmals werden sie von Adam von Bremen als Sembi genannt, der insbesondere ĂŒber ihre ErnĂ€hrungsgewohnheiten schrieb.
⹠Die Warmier (Varmienses, Hermini) wohnten am Frischen Haff zwischen der Podarge und dem Pregel. Auf ihrem Gebiet lag spÀter die Stadt Braunsberg. Der Volksname lebt im Landschaftsnamen Ermland weiter.
⹠Die Barter (Barthi) siedelten östlich der Alle. Nach ihnen ist der Ort Bartenstein benannt.
⹠Das Gebiet der Pomesanen (Pomesani) schloss sich westlich an das der Pogesanen an und erstreckte sich bis zur Weichsel. Als stÀdtisches Zentrum bildete sich Marienburg heraus.
âą Die Sassen im Kulmerland waren den Eroberungsversuchen von SĂŒden am meisten ausgesetzt und nahmen frĂŒh slawische Zuwanderer auf.
âą Die Galinder (Galinditae) wohnten auf der Masurischen Seenplatte, sĂŒdlich der Barter, zwischen der Alle und dem Spirdingsee. Möglicherweise wurden sie bereits vom antiken Geographen PtolemĂ€us erwĂ€hnt (âGalindaeâ, griech.: ÎÎ±Î»ÎŻÎœÎŽÎ±Îč).cite-ref-4[4]
âą Die Sudauer (Sudavi) wohnten östlich der Galinder bis an die Memel. Möglicherweise sind sie mit den Sudini (ÎŁÎżÏ
ÎŽÎčÎœÎżÎŻ) identisch, die in der Antike zusammen mit den oben genannten Galindae erwĂ€hnt werden. Die Sudauer werden auch Jatwinger (Jatvingi) genannt, deren historisches Gebiet jedoch viel weiter nach SĂŒden reichte.
âą Die Nadrauer (Nadroviti) siedelten am oberen Pregel.
âą In die pruĂischen Grenzgebiete Kulmerland und Löbau zogen, wie in Sassen, ebenfalls slawische StĂ€mme.
Religion der PruĂen
PruĂisches Heidentum
â
Hauptartikel
:
PruĂische Religion
Der Chronist Peter von Dusburg beschrieb die pruĂische Religion als Naturreligion:
âWeil sie also Gott nicht kannten, deshalb verehrten sie in ihrem Irrtum jegliche Kreatur als göttlich, nĂ€mlich Sonne, Mond und Sterne, Donner, Vögel auch vierfĂŒssige Tiere, ja sogar die Kröte. Sie hatten auch WĂ€lder, Felder und GewĂ€sser, die sie so heilig hielten, dass in ihnen weder Holz zu hauen noch Ăcker zu bestellen oder zu fischen wagten.â
â
Peter von Dusburg
:
Chronicon terrae Prussiae III,5 ,53
Als Gottheiten sind der Wissenschaft der Donnergott Percunis, der Fruchtbarkeitsgott Curche, der Wassergott Natrimpe und der Totengott Patollo bekannt. Weitere Götternamen, die seit dem 16. Jahrhundert in Listen auftauchen, werden von der Forschung unterschiedlich bewertet. Mit dem Criwe kannten die PruĂen auch eine Art Oberpriester, dessen genaue Funktion aber in der Forschung noch diskutiert wird.
Die PruĂen glaubten an ein Weiterleben nach dem Tod. Nach den Quellen schien der Tote in eine andere Welt ĂŒberzugehen und dort in derselben Aufmachung weiterzuleben wie im Diesseits. Der Verstorbene wurde standesgemÀà verbrannt; manchmal wurde ihm neben Waffen, Werkzeug oder Schmuck auch ein Pferd fĂŒr das Leben nach dem Tod mitgegeben.
Ab dem 16. Jahrhundert ist die Bockheiligung oder das Waideln ĂŒberliefert, doch wird angenommen, dass dabei ursprĂŒnglich ein traditioneller Festakt gemeint war, der erst im Vorfeld der Reformation religiös aufgeladen und dann als heidnischer Akt fehlinterpretiert wurde.cite-ref-5[5]
Christentum
Die Missionierung der PruĂen begann 997, als der böhmische Bischof Adalbert von Prag, unterstĂŒtzt vom polnischen FĂŒrsten und spĂ€teren König Boleslaus dem Tapferen, bei den PruĂen missionierte, wobei er von den PruĂen getötet wurde, ebenso wie sein Nachfolger, der sĂ€chsische Bischof Brun von Querfurt 1009.
Mit der Unterwerfung der PruĂen durch den Deutschen Orden seit dem Jahr 1231 wurden die PruĂen christianisiert.cite-ref-6[6] Wie lange noch das alte Heidentum weiterlebte, ist aus den Quellen nicht zu entnehmen. Am lĂ€ngsten sollen sich heidnische BrĂ€uche bei den abgelegenen Sudauern gehalten haben. Im 16. Jahrhundert entstand so das SudauerbĂŒchlein, das eine Götterliste, âheidnischeâ Feste und die Bockheiligung beschrieb. Doch wird in der Forschung die Meinung vertreten, dass dieses BĂŒchlein traditionelle VolksbrĂ€uche im Rahmen der Reformation als âheidnischâ missinterpretierte.cite-ref-7[7]
Zugleich mit der Errichtung des Herzogtums PreuĂen fĂŒhrte Herzog Albrecht im Jahre 1525 die Reformation ein, wĂ€hrend das Bistum Ermland, das zu Polen gehörte, katholisch blieb. Im Herzogtum kam es zu Verurteilungen wegen Hexerei, Waidlerei und Bockheiligung. Katholische und traditionelle VolksbrĂ€uche wurden verfolgt und als âunchristlicheâ BrĂ€uche verboten.
Um das Luthertum der pruĂischen Landbevölkerung nĂ€herzubringen, wurde 1545 der Kleine Katechismus erstmals in pruĂischer Sprache veröffentlicht.
An Adalbert von Prag erinnerte in Tenkitten ein Denkmal in Form eines groĂen Eisenkreuzes, welches vor allem von GrĂ€fin Wielopolska finanziert wurde. Das Adalbertkreuz wurde nach 1945 von den Sowjets zerstört und 1997 zum tausendsten Todestag von Adalbert wieder errichtet.cite-ref-8[8] An Bruno von Querfurt erinnert das 1909 errichtete Brunokreuz in Lötzen.
AltpreuĂische Sprache
â
Hauptartikel
:
AltpreuĂische Sprache
Aus dem 14. Jahrhundert stammt der Ă€lteste altpruĂische Text. Simon Grunau fĂŒhrt eine Liste mit 89 Wörtern und ein Vaterunser an, welches aber als âkorrumpiertes Lettischâ zu betrachten ist.cite-ref-9[9] Auch Grunaus Wortliste ist nur bedingt fĂŒr die Erforschung des AltpruĂischen brauchbar. Die wichtigsten Zeugnisse sind das Elbinger Deutsch-PreuĂische Vokabular (um 1350) und drei Katechismen (16. Jh.).
FĂŒr das AltpruĂische können mehrere Dialekte festgestellt werden, am deutlichsten können das Pomesanische und das SamlĂ€ndische erschlossen werden. So lauten âVater, Mutter, Bruderâ auf pomesanisch tĆwis, mĆthe, brĆte und auf samlĂ€ndisch tÄws, mĆ«ti, brÄti.cite-ref-10[10]
Sitten
FrĂŒhzeit
Mehrere mittelalterliche Schriften berichten ĂŒber die Sitten der alten PruĂen, bevor sie christianisiert wurden. Die PruĂen werden als bescheidenes Volk, das dem Luxus abhold war, beschrieben und das einfache Kleidung trug.
Die PruĂen waren sehr gastfreundlich und ihre Feste dauerten die ganze Nacht, bis alle betrunken waren. Das wichtigste alkoholische GetrĂ€nk war Met.
âAls GetrĂ€nk haben sie einfaches Wasser, ein HoniggetrĂ€nk oder Met und Stutenmilch; diese tranken sie frĂŒher aber nur, wenn sie vorher geweiht war.â
â
Peter von Dusburg
:
Chronicon terrae Prussiae III,5 ,54
Wulfstan, der die Handelsstadt Truso am Frischen Haff aufsuchte, ergÀnzt, dass die reichen Leute Pferdemilch, die armen aber Met trinken. Nach Adam von Bremen sollen die Samen neben Pferdemilch auch Pferdeblut getrunken haben. Er erwÀhnt auch, dass Pferdefleisch gegessen wurde. Das Elbinger Vokabular hat den Eintrag Aswinan Kobilmilch (=Stutenmilch).
Die Frau hatte bei den alten PruĂen eine geringe Stellung inne und wurde laut Peter von Dusburg nach dem Eheschluss wie eine Magd behandelt, die nicht am Tisch des Mannes speiste. Die Kaufehe war weit verbreitet, und nach dem Tod des Ehemannes fiel die Witwe dem Sohn zu, wie anderes Erbgut. Zudem war die Polygynie verbreitet. Nach der Unterwerfung wurden Kaufehe und Polygynie verboten.
Bestattungen
Vorchristliche BestattungsbrÀuche Ànderten sich nach Ausweis der ArchÀologie durch die Jahrhunderte.
In der Eisenzeit (5. Jh.v.â1. Jh. n. Chr.) war auf dem Gebiet der mittelalterlichen PruĂen die Westbaltische HĂŒgelgrĂ€berkultur verbreitet. Damals kam die Brandbestattung in Urnen auf. Dabei wurden ĂŒber Steingruften fĂŒr bis zu 30 Urnen GrabhĂŒgel aufgeworfen, oder in bronzezeitliche HĂŒgelgrĂ€ber wurden Steinkisten fĂŒr die Urnen eingegraben.
In der frĂŒhen römischen Kaiserzeit kamen FlachgrĂ€ber auf, in denen der Leichnam in BaumsĂ€rgen bestattet wurde. Ab dem 3. Jh. verbreitete sich die Leichenverbrennung mit Urnen. AuĂer bei den Samen und Sudauern, wo FlachgrĂ€berfelder bis zur Christianisierung fortlebten, wurde die Brandgrubenbestattung ohne Urnen zunehmend die einzige Bestattungsform bei den PruĂen. Verschiedene Bestattungsformen konnten jedoch gleichzeitig nebeneinander vorkommen.
Wulfstan berichtete, dass der Verstorbene vorerst im Hause aufgebahrt wurde, wo die Verwandten und Freunde die Totenfeier abhielten. Danach wurde das Vermögen des Verstorbenen aufgeteilt und eine Art Pferderennen veranstaltet. Dann wurde der Leichnam mit Kleidung und Waffen verbrannt. Der Christburger Vertrag des Jahres 1249 verlangte:
â⊠dass sie und ihre Erben die GebrĂ€uche der Heiden im Verbrennen oder Beerdigen der Toten mit Pferden, Menschen, Waffen, Kleidern oder sonstigen anderen Kostbarkeiten ⊠kĂŒnftig nicht beobachten wĂŒrden.â
WĂ€hrend die Totenfolge archĂ€ologisch nicht nachgewiesen werden konnte, sind PferdegrĂ€ber gut belegt, wobei die Pferde nicht verbrannt wurden. Sie kamen wĂ€hrend der römischen Kaiserzeit auf. AnfĂ€nglich wurden die Pferde liegend neben dem Grab des Verstorbenen bestattet. Ab dem 5. Jahrhundert wurde das Pferd zuerst bestattet und ĂŒber diesem wurde der Mensch bestattet.cite-ref-11[11] Andere Grabbeigaben sind archĂ€ologisch und schriftlich gut bezeugt, dazu gehörten Waffen, Werkzeug, Schmuck und Bernsteinperlen.
SudauerbĂŒchlein
Das Sudauer BĂŒchlein berichtet ausfĂŒhrlich ĂŒber Aberglaube und VolksbrĂ€uche der Sudauer im 16. Jahrhundert. Wieweit die darin geschilderten heidnischen BrĂ€uche der Wirklichkeit entsprachen, ist umstritten.
Hochzeit
Vor dem Verlassen des elterlichen Hauses trauert die Braut mit ihren Freundinnen. Dann verabschiedet sie sich vom hÀuslichen Feuer mit den Worten:
âOhow mey myle swennte panike! O mein liebes heiliges fewerlein, wer wirdt dir das treuge höltzlin zutragen, wer wirdt dich vorwaren?â
Wird die Braut abgeholt, erhĂ€lt sie ein Feuer, das sie fortan im neuen Zuhause hĂŒten soll. Erreicht die Braut das Haus des BrĂ€utigams, wird sie mit verbundenen Augen vor die HaustĂŒr gefĂŒhrt, mit der Aufforderung, diese mit dem FuĂ aufzustoĂen. Auch wird sie im ganzen Gehöft herumgefĂŒhrt. Danach wird ein groĂes Fest gefeiert.
BegrÀbnis
Der aufgebahrte Tote wird beklagt:
âkayls naussen gingethe. ich trincke dir zu, unser freund, warumb bist du gestorben? hasto doch dein liebes weib, dein vich, deine kuhe?â
WĂ€hrend des Leichzugs stechen Freunde der verstorbenen Person mit Messern in die Luft, um die Teufel zu vertreiben. An der Dorfmark steht ein Pfahl, auf den ein Schilling gelegt wird. Die MĂ€nner mit Pferd veranstalten ein Wettrennen, um den Schilling zu erhaschen. Danach wird der Leichnam bestattet.
Musik
âViele Melodien drehen sich nach dem alten griechischen Tonsatz, wie in den Windungen der Melodien der Dzuken und des UĆŸnemunis (Hintermemelgebietes). In PreuĂisch-Litauen werden Ă€olische, mixolydische, frygische, hypoĂ€olische, dorische und hypofrygische Melodien angetroffen, besonders viel in gemischtem Tonsatz: ein Teil in einem Tonsatz, der andere in einem anderen. Es gibt Melodien in melodisch minorisch gammischem Tonsatz. Ebenso werden Melodien angetroffen, die man wie in Ćœemaiten mit einer Zweitstimme singen kann, aber es gibt auch Melodien rein monodischer (einstimmiger) Art, denen mit einer Zweitstimme nicht mehr zuzustimmen geht.â
â
Juozas ĆœileviÄius:
GrundzĂŒge der kleinlitauischen Volksmusik
Die pruĂischen Lieder sind im Vergleich mit den litauischen viel archaischer, wozu viel die Reformation beigetragen hat. Es wurde das Singen von Psalmen und ChorĂ€len gelehrt, deren Melodien und Formen völlig anders waren. Die Menschen wurden angehalten, selbst zu Hause das Singen ihrer Volkslieder zu unterlassen, sodass diese in den Untergrund gedrĂ€ngt wurden und sich nicht im ĂŒblichen Gruppengesang weiterentwickeln konnten. Die pentatonischen Lieder der Landbevölkerung weisen sich durch charakteristische QuartensprĂŒnge aus, wĂ€hrend die SprĂŒnge der Fischerlieder auch Quinten, Sexten und Oktaven nach oben beinhalten und so das Schaukeln der Schiffe nachahmen. Bei den Fischerliedern fehlen auch Synkopen und Tanzrhythmen. Typisch fĂŒr pruĂische Lieder sind auch chromatische Tonfolgen mit gut erkennbarer Modulation. Da die tief glĂ€ubige Bevölkerung angehalten wurde, in fremder Sprache zu beten und fremde Lieder zu singen, wurde ihre ReligiositĂ€t nicht befriedigt. So wurden die âdeutschenâ Lieder in ihrem Sinne verschönert, und der Organist musste sich wohl oder ĂŒbel der Gemeinde anpassen, wenn diese Töne in die LĂ€nge zog oder verkĂŒrzte oder gar mitten im Choral den Rhythmus wechselte.
âBei der Aufzeichnung und Abfassung in Noten geht das Schönste verloren, was nicht ausgedrĂŒckt werden kann. Gleich dem Vogelgesange entschlĂŒpfen die plötzlichen Aufsteigungen, die schnellen AbfĂ€lle, die sanften Verschwebungen des Volksliedes jedem Versuch, sie festzuhalten und in Zeichen darzustellen.â
â
Ludwig Rhesa:
Dainos oder Litthauische Volkslieder
Die Rhythmenwechsel in den Singtanzliedern machen es zudem manchmal erforderlich, in den 5/4-Takt auszuweichen. Allgemein werden der 2/4-Takt und der 3/8-Takt bevorzugt, seltener der 6/8-Takt. Den meisten Liedern liegt eine Wehmut, eine Melancholie zugrunde. Das VerhÀltnis zwischen Moll und Dur betrÀgt etwa 6:1.
âBei diesen Wachfeuern erschallen die langgezogenen wehmĂŒtigen Rund- und ChorgesĂ€nge der Dzimken; alsbald greift Einer zur Violine oder zum Dudelsack, die Anderen fassen sich bei den HĂ€nden und springen und tanzen im Kreise herum. Der Tanz ist oft ein Solo, oft ein mimisches Gegeneinander- und Umeinanderherumtanzen von Zweien, wobei das schnelle Sichumwerfen besonders interessirt. Der Oberkörper bewegt sich wenig, aber die FĂŒĂe sind in kleinen zierlichen Wendungen und SprĂŒngen unerschöpflich. Die im Ganzen schwĂ€chliche Gestalt des Dzimken *) entwickelt im Tanz alle Schönheit, deren sie fĂ€hig ist. Die Violine spielt eine hopferartige Melodie, TĂ€nzer und Zuschauer klatschen mit schallenden HĂ€nden den Takt, der eine oder andere bricht auch wohl in ein helles Juchzen aus âŠâ
âą Szoka kiszkis, szoka lapÄ, szoka wisi ĆŸwÄris (Tanzt der Hase, tanzt der Fuchs, tanzen alle Tiere)
âą ir tas briedis, il garietis, ir tas ne tylÄju. (selbst das Elch, das langebeinte, mag im Forst nicht ruhen.)
âDie littauische *) Jugend ĂŒbertrifft die deutsche in geschwinder Erlernung der schwersten Melodien; seien es weltliche oder geistliche, man kann ihren wohlklingenden taktfesten Gesang nicht ohne Bewegung hören. Wenn die MĂ€dchen ihre theils erlernten, theils aus dem Steigreif gedichteten Liebeslieder und Liebesklagen singen, tönt ihre Stimme in einem weichen wollĂŒstigen Schmelz, und derselbe Ausdruck lagert sich dann um Mund und Augen, so daĂ der Fremde, wenn er auch nicht ein Wort versteht, doch den Sinn errĂ€th.âcite-ref-14[14]
mit âlittauischâ ist das nördliche OstpreuĂen gemeint
Instrumente wurden alle selbst hergestellt. Sie wuchsen quasi ĂŒberall, man musste sie sich nur ein wenig herrichten. Sehr beliebt waren Saiteninstrumente wie Geige, Fiedel, Cello und die zitherĂ€hnliche Kantele oder Kankle. Diese hatte ursprĂŒnglich nur fĂŒnf Saiten, wurde aber spĂ€ter auch mit bis zu dreiundzwanzig Saiten bespannt. Sie gab es in verschiedenen GröĂen und wurden meist in D-Dur oder D-Moll gestimmt. Flöten gab es in jeder GröĂe, oft wurden sie unten mit einem Rinderhorn als KlangverstĂ€rker versehen. Eine besondere Flöte war die Trimiete, in der alphornlangen Version auch (der) Trubas (pruĂisch trupas: Holzklotz, Baum) genannt. Diese wurden aus ganzen BĂ€umen hergestellt, die der LĂ€nge nach gespalten und ausgehöhlt wurden. Dann wurden sie mit Pech zusammengeleimt und mit Birkenrinde und BĂ€ndern umwickelt. Die kleinere aber trotzdem sehr laute Trimiete (pruĂisch triun-metas: Drittel-MaĂ) wurde von HĂŒtejungen auf Waldweiden gebraucht und spielte meist Quart- und Sextintervalle. 1638 schreibt die Insterburger Kirchenvisitation:
âDesgleichen lĂ€uft dabei auch das Unwesen, dass sie gemeiniglich ĂŒber der Predigt aufgezogen kommen und mit Trummel und Pfeifen ein groĂes GetĂŒmmel machen, dadurch Pfarrer und Kirchenbesuch gestört werden. Darum wird solches unzeitiges Getrummel verboten und wenn sie es nicht lassen wollen, sollen ihnen durchstochen und zerschnitten und die Pfeifen zerschlagen, auch der Kirche 3 Mark Strafe erlegt werden.â
Geschichte
Ălteste Ăberlieferungen
Die Ă€ltesten Zeugnisse ĂŒber die Bewohner an der Ostsee östlich der Weichsel stammen vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus, der in der Germania ausfĂŒhrlich ĂŒber den Bernsteinhandel der Ăstier (Aestii) berichtet. Der gotische Geschichtsschreiber Jordanes beschrieb diese als friedfertige Bauern, die vom Fischfang und Bernsteinhandel lebten und mit Keulen bewaffnet seien. Cassiodor berichtet, dass die Ăstier dem gotischen FĂŒrsten Theoderich dem GroĂen wertvolle Bernsteingeschenke gesandt haben. Obschon keine IdentitĂ€t zwischen den antiken Ăstiern und den mittelalterlichen PruĂen angenommen werden kann, geben diese antiken Schilderungen eine Idee ĂŒber baltische Vorfahren der PruĂen.
PtolemÀus schrieb, dass die Galindae und die Sudini unterhalb der Venedeae wohnten, womit wohl bereits die Galinder und Sudauer genannt werden.
Die Berichte ĂŒber die ersten Missionare Adalbert und Brun, die bei den PruĂen um die Jahrtausendwende das Martyrium erlitten, sind wenig aussagekrĂ€ftig und Adam von Bremen schrieb lediglich etwas ĂŒber die ErnĂ€hrung der Samen. Der arabische Gelehrte al-Idrisi berichtete vom Feuerkult der BurĆ«s in der Umgebung von Wilna. Seine Information hatte er vermutlich von warĂ€gischen HĂ€ndlern.
Unterwerfung und Christianisierung der PruĂen
Methoden der Unterwerfung
Der Deutsche Orden ĂŒbernahm weitgehend pruĂische Burgen, die aus Holz, Erde und Steinen erbaut waren. Jedoch errichtete er auch Burgen aus gebrannten Ziegeln, bei denen Kriegsgefangene und pruĂische Bauern Frondienste leisteten. Diese Burgen waren meist fĂŒr 2000 Mann ausreichend und fassten einen Versorgungsvorrat, der fĂŒr eine zweijĂ€hrige Belagerung vorgesehen war. Die militĂ€rische und organisatorische Ăberlegenheit der Ritter veranlasste die pruĂischen HĂ€uptlinge zu Verhandlungen, die es im Gegensatz zu den Ćœemaiten (Samogiten/Samaiten) und Litauern nicht verstanden hatten, sich unter einem König zu einigen. Deutsche und polnische Geistliche waren bestrebt, das Christentum zu verbreiten.
Im Schutz der errichteten Burgen siedelten sich in den Vorburgen, sogenannten Lischken, Handwerker, Gewerbetreibende und Bauern an, so dass diese rasch zu StĂ€dten heranwuchsen. SpĂ€ter wurden in die Stadtordnungen diskriminierende Punkte aufgenommen, wonach PruĂen, Polen, Litauern und Juden das Wohnen in den StĂ€dten nicht erlaubt war, so dass in StĂ€dten nur noch Deutsche siedelten. Auf dem flachen Land durften zunĂ€chst auch Prussen ihren angestammten Besitz behalten.
Im Laufe des 13. Jahrhunderts gelang es dem Deutschen Ritterorden durch steten Zufluss an neuen KrĂ€ften nach langen Auseinandersetzungen, die PruĂen zu unterwerfen und zu christianisieren. In den von PruĂen bewohnten Dörfern wurden meist bekehrte PruĂenhĂ€uptlinge als Verwalter eingesetzt.
Erste Eroberungsversuche
Ab dem 11. Jahrhundert versuchte Polen mehrmals, das Siedlungsgebiet der PruĂen zu erobern, um damit einen Zugang zur Ostsee zu gewinnen. Diese durchgefĂŒhrten KriegszĂŒge scheiterten jedoch am Widerstand der PruĂen. Diese ĂŒberfielen und plĂŒnderten ihrerseits wiederholt polnische Siedlungen. Weitere Versuche (1209, 1220 und danach) durch Herzog Konrad von Masowien, die PruĂen zu unterwerfen, konnten von diesen immer wieder erfolgreich abgewehrt werden. Konrad stiftete auf Anraten des ersten preuĂischen Bischofs Christian von Oliva 1224 einen Orden aus deutschen Rittern, die BrĂŒder von Dobrin. Es waren nur wenige Ritter und auch diese konnten von den PruĂen abgewehrt werden. Da sich Konrad nun durch die Abwehr der PruĂen selbst verunsichert sah, rief er den Deutschen Orden zu Hilfe.
1224 hatte Kaiser Friedrich II. Livland und PreuĂen in kaiserlichen Schutz genommen und die Einwohner als Reichsfreie nur direkt der Kirche und dem Kaiserreich direkt unterstellt und sie von Dienst und Jurisdiktion jeglicher Herzöge befreit. Ende 1224 verkĂŒndete der Papst der gesamten Christenheit, dass er Bischof Wilhelm von Modena als Legaten fĂŒr Livland und PreuĂen eingesetzt habe.
Um die Nordgrenze Masowiens, also die SĂŒdgrenze PreuĂens wieder zu festigen, bot Herzog Konrad von Masowien dem Deutschen Ritter-Orden Landrechte im Gegenzug fĂŒr militĂ€rische UnterstĂŒtzung als Gegenleistung ihrer Hilfe an. Der Deutsche Orden wartete aber ab, bis er den Besitz PreuĂens vom Kaiser bestĂ€tigt bekam, was mit der Goldbulle von Rimini 1226 geschah.
Im Vertrag von Kruschwitz aus dem Jahr 1230 wurden dem Deutschen Orden durch Herzog Konrad das Kulmerland sowie alle kĂŒnftigen Eroberungen in PreuĂen mit allen zugehörigen Rechten als Schenkung ĂŒbertragen. Die Originalurkunde des Vertrages ist nicht mehr erhalten. Es wird ernsthaft diskutiert, ob es sich bei dem Vertrag um ein Diktat des Ordens oder um eine FĂ€lschung handelt.cite-ref-15[15]
1234 erfolgreicher Feldzug des Ordens gegen die PruĂen.
Die Eroberungen wurden im Namen der Christianisierung betrieben: â⊠sollte der Orden die MĂŒhe des Krieges auf sich nehmen, den Einmarsch ins PruĂenland und dessen Eroberung â ad integriendum et optinendum terram Pruszie â, Gott zu Ehren und zum Lob â ad honorem et gloriam veri Dei â, das heiĂt mit dem Ziel, die Heiden zur Taufe zu zwingen.âcite-ref-16[16]
In der Regel wurde den besiegten StĂ€mmen die Forderung zur Annahme der Taufe ĂŒberbracht. Wer sich der Taufe widersetzte, musste groĂe Benachteiligungen durch die Eroberer rechnen.
Erster PruĂenaufstand 1242â1249
1242 kam es zum ersten groĂen PruĂenaufstand unter Leitung von Herkus Monte. WĂ€hrend der PruĂenaufstĂ€nde hatten die PruĂen, unterstĂŒtzt vom SamboridenfĂŒrst Swantopolk II., fast ihr gesamtes Gebiet zurĂŒckerobert, sogar einige Ordensburgen eingenommen. Nur die Burgen Elbing, Balga, Thorn, Kulm und Rhedin trotzten den Angriffen. Der Herzog von Masowien half dem Orden, so dass dieser das Kulmer Land wiedergewinnen konnte. 1243 rief Innozenz IV. zum Kreuzzug gegen die PruĂen auf. Svantepolk wurde 1244 zu Friedensverhandlungen gezwungen, den Vertrag unterzeichnete er jedoch erst, nachdem der Orden die Zusicherung gegeben hatte, den Krieg nicht fortzusetzen und von der UnterdrĂŒckung der PruĂen abzulassen. Der Orden hielt diese Versprechen nicht ein, so dass Svantepolk im Jahr 1245 den aufstĂ€ndischen PruĂen zu Hilfe eilte und die Ritter vertrieb. Dem Orden blieben nur die Burgen Balga, Elbing, Kulm und Thorn.
WĂ€hrend PruĂen und Ostpommern sich im jahrelangen Kampf erschöpft hatten, rekrutierte der Orden stĂ€ndig neue Ritter, die meist nur ein Jahr, selten zwei, unter Waffen standen. So lieĂ man sich im Jahr 1249 auf Friedensverhandlungen ein. In Christburg (heute DzierzgoĆ) wurden in 18 Punkten die gegenseitigen Rechte und Pflichten festgelegt, wobei sich diejenigen fĂŒr die PruĂen nicht wesentlich von denen der Deutschen unterschieden.
Friede von Christburg 1249
Mit der Christburger Friedensurkunde von 1249 erhielten die Pomesanier, Warmier und Natanger Rechte, sofern sie das Christentum annahmen: freies Erwerbsrecht, weit gehendes Erbrecht, bedingtes VerĂ€uĂerungsrecht ĂŒber Mobilien, Verkaufsrecht von Immobilien, das Recht frei und selbstĂ€ndig vor weltlichen und geistlichen Gerichten die Sachen zu fĂŒhren, SpröĂlinge edler Geschlechter konnten in den Ritterstand aufsteigen, Pflicht, den Zehnten aus den Scheuern an den Orden zu zahlen, Pflicht an allen Kriegsreisen teilzunehmen, Bewaffnung je nach VerhĂ€ltnissen.cite-ref-17[17]
Weitere Eroberungen
1250 endete ein Versuch, die Natanger zu unterwerfen, mit der Niederlage des Ordens. Nach Grunau kamen dabei 54 Ritter und 1500 WaffentrĂ€ger ums Leben. Die noch nicht eroberten Galinder wollten ihrer Unterjochung zuvorkommen und wandten sich an die Herzöge von Kujawien und Masowien. Der Orden war damit nicht einverstanden und fĂŒhrte 1253 mit Hilfe frisch eingetroffener Kreuzritter einen Kriegszug gegen die Barter und Galinder. Da die meisten Bewohner geflĂŒchtet waren, blieben gröĂere Kampfhandlungen aus.
Inzwischen bereitete der Orden mit aller Macht die Eroberung des Samlandes vor. Poppo von Osterna, seit 1254 Landmeister, erhielt Hilfe von Ottokar von Böhmen, Rittern aus Sachsen, ThĂŒringen, MeiĂen, Brandenburg und vom Rhein. Ebenso unterstĂŒtzten der Markgraf von Brandenburg, die Bischöfe von Kulm, Ermland und Ălnitz sowie Rudolf von Habsburg das Unternehmen. Vor dieser Ăbermacht ergaben sich die SamlĂ€nder und lieĂen sich taufen. Der schwache Widerstand der SamlĂ€nder lĂ€sst sich wohl auch dadurch begrĂŒnden, dass sich bedingt durch jahrhundertelangen Ăberseehandel eine besitzende Schicht herausgebildet hatte, welcher der Komtur Burkhard von Hornhausen ihr Eigentum verbĂŒrgte. Nicht selten wurden ihnen noch 15 bis 25 Familien aus dem Volk zugewiesen und ihnen zu Gehorsam verpflichtet. Die Edlen zahlten im Gegensatz zu den untergebenen Familien keine Abgaben. 1255 erbauten die Ordensritter zur Sicherung ihrer Eroberung die Burg Königsberg anstelle der PruĂenburg Twangste (Tuvangste).
Zweiter PruĂenaufstand 1260â1283
1256 erhoben sich die Natanger erneut, ein Jahr spĂ€ter kam es zum ersten Aufstand im Samland. Auch in den nĂ€chsten Jahren versuchten es pruĂische Abordnungen, in Verhandlungen mit dem Orden die Verringerung der Abgaben und Frondienste zu erreichen. 1261 lieĂ der Ordensvogt Walrod Mirabilis eine solche Abordnung im Versammlungshaus einschlieĂen und das Haus verbrennen. Daraufhin brach in sechs Landschaften ein allgemeiner Aufstand aus. Dusburg und Grunau berichten, dass an der Spitze jene jungen PruĂen standen, die die Ritter auf deutschen Schulen ausgebildet hatten und die sich in der KampffĂŒhrung des Ordens bestens auskannten. Dies waren Auctuno aus Pogesanien, Synko aus Pomesanien, Glappo aus Warmien, Dyvane Clekine âder BĂ€râ aus Barten, Hercus Monte aus Natangen und Richard Glande aus dem Samland.
Der Orden konnte wieder nur seine groĂen Burgen halten, bis ein neues Heer unter Heinrich zu Rechenberg herangefĂŒhrt wurde. Dies traf jedoch kaum auf Widerstand, da die PruĂen sich in ihre Verhaue in den WĂ€ldern zurĂŒckgezogen hatten. Erst bei Pokarben in Natangen ĂŒberfielen die PruĂen unter Hercus Monte die Kreuzfahrer und bereiteten ihnen eine empfindliche Niederlage. Ein zweites Ordensheer wurde 1263 von den SamlĂ€ndern unter Richard Glande aufgerieben. Die Burgen Heilsberg und Braunsberg konnten genommen werden, wĂ€hrend Königsberg, Kreuzburg und Bartenstein in Ordenshand blieben. Mit Hilfe der LivlĂ€nder und abtrĂŒnniger PruĂenhĂ€uptlinge, sogenannte Withinge, die mit bevorrechtigten Orten â sogenannten Vitten â belohnt wurden, eroberte der Orden 1264 das Samland zurĂŒck.
Barta, Natangen, Teile Warmiens, Pogesanien und Pomesanien wurden von PruĂen beherrscht. Unter Hercus Monte wurden mit Hilfe von Belagerungsmaschinen die letzten Burgen genommen, zuerst Kreuzburg, dann Bartenstein. Bei Löbau erlitt der Orden eine weitere Niederlage. In einer Kreuzzugspredigt von Papst Urban IV. heiĂt es: âNicht ohne TrĂ€nen haben wir gehört, wie fĂŒr des Glaubens Sache, die bisher in jenen Landen unter so unendlichen MĂŒhen und BedrĂ€ngnissen gefördert wurde, jĂŒngst fast 1000 OrdensbrĂŒder durch die grausame Hand der UnglĂ€ubigen erschlagen worden sind.â 1265 erschien dann ein weiteres Ordensheer, das wegen des milden Winters jedoch kaum etwas ausrichten konnte, da die ostpreuĂischen SĂŒmpfe nur bei Frost betreten werden konnten. Die Ritter begnĂŒgten sich mit der Erbauung der Burgen Tapiau und Brandenburg am Frischen Haff und zogen dann wieder ab.
Svantepolk verstarb 1266, und sein Sohn Mestwin II. setzte die Politik seines Vaters fort, indem er die Weichselschifffahrt blockierte und dem Orden die Versorgung abschnitt. In dieser Zeit stĂŒrmten die Barter unter Clekine Christburg und die Pomesanier unter Synko Marienwerder. Die Verteidigung fand hauptsĂ€chlich in den westlichen Stammesgebieten statt. Von SĂŒden kamen die Sudauer unter Skomand von Sudauen zu Hilfe. Sie eroberten Löbau, belagerten Kulm und Thorn, zerstörten die Festungen Starkenberg und Wartenberg. Die Burg Rhedin wurde immer wieder erobert und vom Orden mit Hilfe der Masovier zurĂŒckgewonnen. 1271 rĂŒckte Clekine bis Schönburg vor, starb jedoch ohne die Burg erstĂŒrmt zu haben. Clemens IV. rief zu einem neuen Kreuzzug auf, danach 1272 Gregor X. Diesmal wurde das Ordensheer durch einen starken Winter begĂŒnstigt. Glappo fiel, Hercus Monte geriet in die HĂ€nde der Ritter und wurde ermordet. Glande war gefallen ebenso wie Synko. Nur Auctumo kĂ€mpfte weiter. Die herbeieilenden Sudauer wurden zurĂŒckgedrĂ€ngt. Dreizehn Jahre hatte der letzte groĂe Freiheitskampf gedauert, nun aber ihrer FĂŒhrer beraubt, gaben die PruĂen ihren Widerstand auf und ergaben sich.
Lediglich die drei NordstĂ€mme der Nadrauer, Schalauer und Sudauer waren unbesiegt. 1276 wurden die Nadrauer mit Hilfe neuer Kreuzritter unterworfen, doch viele Einwohner flohen ins benachbarte Litauen. 1277 rĂŒckten die Ritter in Schalauen ein, stieĂen jedoch kaum auf Widerstand. Um die Stammesbande zu zerreiĂen, wurden die Schalauer umgesiedelt. Der Zug 1278 gegen die Sudauer, die hĂ€ufig UnterstĂŒtzung durch die Litauer erhielten, endete mit einer Niederlage, erst 1283 konnte dieser Stamm besiegt und Skomand zur Taufe bewegt werden. Als Belohnung erhielt er das Gut Stegnio, spĂ€ter Steegen. Auch die Sudauer wurden bewusst zersiedelt, u. a. nach Schalauen und ins Samland (Sudauischer Winkel). Die letzten unbezwungenen Sudauer zogen mit ihrem HĂ€uptling Skurdo nach Litauen und kehrten nicht wieder. Nach 53 Jahren war das gesamte PruĂenland unterworfen.
WĂ€hrend der pruĂischen AufstĂ€nde kam infolge von Kriegshandlungen und Umsiedlungen zweifellos eine groĂe Anzahl von PruĂen ums Leben; manche Forscher sprechen von 20 bis 50 % der Bevölkerung. Die noch im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert vertretene These, wonach bis zu 80 % der PruĂen umgekommen seien, gilt mittlerweile als nicht mehr haltbar.
Assimilierung der PruĂen
In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten förderte der vom Deutschen Ritterorden gegrĂŒndete Deutschordensstaat den Zustrom deutscher Ritter, aber auch von Bauern und BĂŒrgern aus aller Herren LĂ€nder, wodurch die altpreuĂische Sprache immer mehr verdrĂ€ngt wurde. Die PruĂen akkulturierten sich vollstĂ€ndig an die sie umgebenden Deutschen, Polen und Litauer. Von den letzten Sprechern des PruĂischen wird um 1700 berichtet. Nur Teile ihrer Sprache blieben in wenigen schriftlichen Fragmenten, Orts- und Familiennamen und im ostpreuĂischen Platt erhalten. Die Familien Kalnein, Saucken, Kalckstein und Perbandt stammten von den PreuĂen ab.
Quellen
âą Peter von Dusburg: Chronica Terre Prussie. 16. Jh. (Nachdruck: Darmstadt 1984, ISBN 3-534-00604-6. books.google.de â spĂ€tere Ausgabe)
âą Max Perlbach, R. Philippi, P. Wagner (Hrsg.): Simon Grunauâs preussische Chronik. Bd. 1â3, Leipzig 1876â1896. (Die preussischen Geschichtsschreiber des 16. und 17. Jahrhunderts 1â3)
SekundÀrliteratur
âą Hartmut Boockmann: OstpreuĂen und WestpreuĂen. Siedler, Berlin 2002, ISBN 3-88680-772-X (= Deutsche Geschichte im Osten Europas).
âą Michael Brauer: Die Entdeckung des âHeidentumsâ in PreuĂen. Akademie Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-05-005078-2, doi:10.18452/24599.
âą Wilhelm Reinhold Brauer: Baltisch-Prussische Siedlungen westlich der Weichsel. Nicolaus-Copernicus-Verlag, MĂŒnster 1988, ISBN 3-924238-12-X.
âą Hans Heinz Diehlmann: Erbhuldigungsakten des Herzogtums PreuĂen. 1. Teil: 1525 bis 1642. Verein fĂŒr Familienforschung in Ost- und Westpreussen, Hamburg 1980, DNB 821148397 (= Sonderschriften des Vereins fĂŒr Familienforschung in Ost- und WestpreuĂen e. V.).
âą Heinrich Gerlach: PreuĂen â Aufstieg, Glanz und Untergang. Weltbild-Verlag, Augsburg 1994, ISBN 3-89350-694-2.
âą Georg Gerullis: Die altpreussischen Ortsnamen gesammelt und sprachlich behandelt. Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Berlin / Leipzig 1922, DNB 573427984.
âą Marija Gimbutas: Die Balten. Herbig, MĂŒnchen 1983, ISBN 3-7766-1266-5.
âą JĂŒrgen Joachimsthaler: Innere Grenzen. Die Pruzzen als Palimpsest preuĂischer Literatur. In: Regina Hartmann (Hrsg.): Grenzen auf der Landkarte â Grenzen im Kopf? KulturrĂ€ume der östlichen Ostsee in der Literatur vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Aisthesis, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-89528-767-1, S. 157â191.
âą Andreas Kossert: Wo liegt PreuĂen? »Brus«, die PruĂen und die UrsprĂŒnge PreuĂens. In: OstpreuĂen. Geschichte und Mythos. Pantheon Verlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 3-570-55020-6, S. 23â31.
⹠Wilhelm Mannhardt: Letto-Preussische Götterlehre. Lettisch-LiterÀrische Gesellschaft, Riga 1936, DNB 364984511.
âą Wojciech Nowakowski, JĂŒrgen Udolph: Pruzzen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 23, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017535-5, S. 534â538.
âą Arno Mentzel-Reuters: Von der Ordenschronik zur Landesgeschichte. Die Herausbildung der altpreuĂischen Landeshistoriographie im 16. Jahrhunderts. In: Klaus Garber, Manfred Komorowski (Hrsg.): Kulturgeschichte OstpreuĂens in der FrĂŒhen Neuzeit. TĂŒbingen 2001, S. 581â637 (= FrĂŒhe Neuzeit. Band 56).
âą Aleksander Pluskowski: The Archaeology of the Prussian Crusade. Abingdon 2013.
âą Gerhard Salemke: LageplĂ€ne der Wallburganlagen von der ehemaligen Provinz OstpreuĂen. GĂŒtersloh 2005, OCLC 162359709.
âą Kazimierz Ćlaski: Volkstumswandel in Pommern vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. (1987) In: Klaus-Dieter Kreplin (Hrsg.): Ăber Kaschuben.
âą Reinhard Wenskus: Der deutsche Orden und die nichtdeutsche Bevölkerung des PreuĂenlandes mit besonderer BerĂŒcksichtigung der Siedlung. In: Walter Schlesinger (Hrsg.): Die deutsche Ostsiedlung des Mittelalters als Problem der europĂ€ischen Geschichte. Sigmaringen 1975. S. 417â438 (online).
âą Heide Wunder: Siedlungs- und Bevölkerungsgeschichte der Komturei Christburg (13.â16. Jahrhundert). Wiesbaden 1968, OCLC 2704165.
âą Erich Weise (Hrsg.): Handbuch der historischen StĂ€tten. Band: Ost- und WestpreuĂen (= Kröners Taschenausgabe. Band 317). Kröner, Stuttgart 1966, OCLC 186476024.
Weblinks
Commons
: AltpreuĂen
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Pruzze
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⹠Baltische StÀmme nach M. Gimbutas (Memento vom 10. April 2012 im Internet Archive)
âą PruĂenarbeitsgemeinschaft Tolkemita
âą PruĂische Stammesgebiete
⹠Bevölkerungsentwicklung
âą Christburger Vertrag 1249. Der Friedensvertrag zwischen dem Deutschen Orden und den abgefallenen PruĂen regelte die Wiederannahme der Herrschaft durch den Orden, Herder-Institut fĂŒr historische Ostmitteleuropaforschung, abgerufen am 20. Mai 2016
âą âBaltic Tribes - die letzten Heiden Europas.â â preisgekrönte âAbenteuerdokuâ aus Lettland 2018 (Filmbeschreibung). Im Zuge der Handlung bereist ein fiktiver dĂ€nischer Kaufmann und SpĂ€her â das gab es nach Angaben des mittelalterlichen Liber Census DaniĂŠ wirklich â die LĂ€nder aller baltischen StĂ€mme, etwa ab 1200 bis zur Schlacht von Schaulen (1236). Die Angaben ĂŒber Besiedlung, soziale Sitten, Religion, Handel, Kleidung, Hausbau, Bevölkerungszahl, StĂ€dte usw. und die eingefĂŒgten animierten KurzerklĂ€rungen stehen auf aktuellem geschichtswissenschaftlichen und archĂ€ologischen Forschungsstand und stammen vom Institutsleiter fĂŒr ArchĂ€ologie an der UniversitĂ€t Lettlands, Juris UrtÄns, dem Balten-ArchĂ€ologen Tomasz Nowakiewicz (UniversitĂ€t Warschau) und dem lettischen ArchĂ€ologen und Burg-Kurator Gundars KalniĆĆĄ. In min. 4:43 â 15:57 werden einige bekannte Angaben ĂŒber die PruĂen verfilmt oder erklĂ€rt, darunter die Reserviertheit gegen christliche Missionare, die animistische Natur- und Geisterverehrung, Opferrituale, heilige WĂ€lder und Eichen und die Rolle der Priester (Waideler oder krÄ«ws), der Glaube an Gottesurteile und erwĂ€hnt wird der mögliche Hohepriester Criwe in Romowe.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Reinhold Trautmann: Die altpreuĂischen SprachdenkmĂ€ler. 1910.
cite-note-22. â Rainer Eckert: AltpreuĂisch. In: MiloĆĄ Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europĂ€ischen Ostens. Klagenfurt 2002, ISBN 3-85129-510-2, S. 590 f.
cite-note-33. â Wolfram Euler: Das AltpreuĂische als Volkssprache im Kreise der indogermanischen und baltischen Sprachen. Innsbrucker BeitrĂ€ge zur Sprachwissenschaft; VortrĂ€ge und kleinere Schriften. Innsbruck 1988, ISBN 3-85124-595-4.
cite-note-44. â Claudius PtolemĂ€us: Geographiae libri octo. Graece et Latine ad codicum manu scriptorum fidem, Fasciculus 3: Librum tertium continens. Baedeker, Essen 1842, S. 201, Zeile 6. (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).
cite-note-55. â Michael Brauer: Die Entdeckung des âHeidentumsâ in PreuĂen. Akademie Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-05-005078-2.
cite-note-66. â JĂŒrgen Sarnowsky: Der Deutsche Orden â Entwicklung und Strukturen im Mittelalter. UniversitĂ€t Hamburg, 6. Oktober 1993, abgerufen am 20. April 2014.
cite-note-77. â Michael Brauer: Die Entdeckung des âHeidentumsâ in PreuĂen. Akademie Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-05-005078-2.
cite-note-88. â Gisela Graichen, Matthias Gretzschel: Die Prussen: Der Untergang eines Volkes und sein preuĂisches Erbe. Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-502-15172-2.
cite-note-99. â Reinhold Trautmann: Die altpreuĂischen SprachdenkmĂ€ler. 1910, S. XXVI.
cite-note-1010. â Wolfram Euler: Das AltpreuĂisch als Volkssprache im Kreise der indogermanischen und baltischen Sprachen. Innsbruck 1988.
cite-note-1111. â Jan Jaskanis: Human Burials with Horses in Prussia and Sudovia in the first Millenium of ur Era. In: Acta Balto-slavica. Band 4, 1966, S. 29â65.
cite-note-121. In Tolkemita-Texte â25 Lieder der Sudauerâ Nr. 56, Dieburg 1999, S. 6 ff.
cite-note-132. Königsberg 1825, S. 347 f.
cite-note-1414. â Otto Glagau: Littauen und die Littauer. Tilsit 1869.
cite-note-1515. â Martin Armgart: KONRAD I., Herzog von Masowien. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 419â423.
cite-note-1616. â Udo Arnold, Marian Biskup: Der Deutschordensstaat Preussen in der polnischen Geschichtsschreibung der Gegenwart. Elwert Verlag, 1982, S. 57.
cite-note-1717. â Hartmut Boockmann: Der Deutsche Orden. Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte. C.H. Beck, MĂŒnchen 1981, ISBN 3-406-08415-X, S. 110.